Manifest – eine neue Ordnung
für das 21. Jahrhundert

Gemeinsam wachsen.

Zehn Menschen aus fünf Ländern, eine Woche im Château d'Orion, eine Frage: Wie überleben wir im 21. Jahrhundert, ohne uns zu verlieren?

Diagnose

Die alten Götter

Die Zeit hat uns beigebracht: Erschöpfung mit Fleiß zu verwechseln, Einsamkeit mit Unabhängigkeit, Tempo mit Richtung, Geld mit Glück.

Wir navigieren im 21. Jahrhundert mit Instrumenten, die für das 20. gebaut wurden. Hierarchie, Kontrolle, Effizienz, Macht ... um jeden Preis. Das sind unsere alten Götter.

Sie verlangen von uns Opfer, die wir nicht mehr bereit sind zu bringen.

Wir wählen etwas anderes.
Aufruf

Für eine neue Ordnung

Guten Morgen,
wach auf, Du stirbst.
Steh auf und öffne Deine Augen. Staune.
Lebe auf, lass Deine Würde nicht zerbröseln.
Verbinde Dich mit Deinem wundersamen Wert.
I  ·  Verbundenheit

Ich brauche Dich.

Wo bist Du, Mensch?
Wann bist Du Mensch?
Ich mache Dich und Du mich.
Berührst Du mich?
Gebrauchsanweisung
Wenn ich Dich vor den Kopf stoße,
glaub an mich,
zieh die Hand nicht weg.

Wir verbinden uns, unsere Energie – und staunen, dass wir Neues entdecken und über uns hinauswachsen.

Ich gelobe: Sanft zeigt sich die Schönheit des Gebildes, angestoßen durch die Berührung im Du.

Fürsorge ist kein Altruismus, der sich selbst vergisst; sie ist ein Netz, in dem niemand alleine fällt. Sie fragt nicht: Was bringt es mir? Sondern: Wie kann ich mich verbinden – mit den anderen, mit mir selbst, der Natur? Sie fragt: Was erhält das Leben?

II  ·  Gleichzeitigkeit

Widerspruch ist kein Widerstand.

Gleichzeitigkeit ist die Realität, kein Makel. Wer sie auflöst, Widersprüche negiert, lügt.

Energie entsteht aus Unterschied.

Zweifle lustvoll – in tiefer Verbundenheit. Das Heilige wahrnehmend – ohne die Glaubwürdigkeit zu hinterfragen.

Befreie Deine Gedanken aus dem Korsett fertiger Weltbilder und Anschauungen und öffne Dich für andere Meinungen.

III  ·  Freiheit

Freiheit ist geteilt.

Das Anerkennen der eigenen Abhängigkeit ist die eigentliche Freiheit.

Du merkst, dass Regeln Dich einengen. Du kannst lernen, Dir Deine eigenen Grenzen zu setzen, um ungesunde Abhängigkeiten aufzulösen.

Lasst uns gute Regeln als liebevolle Wegweiser mit Leitplanken sehen, die uns alle schützen.

Wir glauben, dass Freiheit am schönsten ist, wenn wir sie miteinander teilen.
IV  ·  Macht und Teilhabe

Gemeinsam tragen.

Falls Du Macht hast, teile sie mit Deinen Mitmenschen – ermächtige Deine Mitmenschen!

Überleben und Wachsen ist eine Frage des gemeinsamen Tragens, nicht der individuellen Rettung.

Trage Verantwortung für Dich, Deine Mitmenschen und Deine Umwelt – handle verantwortungsvoll!

Wir öffnen neue Räume für ein lebendiges Miteinander, das wir gemeinsam gestalten.

V  ·  Aufbruch

Bewege Dich.

Seid wütend – denkt – lustvoll.
Verbinde Dich mit Deiner Kraft,
mit Deinem Warum,
mit Deinem Wir.
Erhebe Dich & versuch es.
Übe. Scheitere. Forsche.
Bewege Dich.

Wach auf und verbinde Dich mit einem Teil von Verantwortung – mit Deinem Handeln, mit Deinem Wir.

Ein Luftzug des Lebensatems verändert das Gewebe zu transformierender elastischer Energie und verbindet die «Du-Herzen» im glitzernden Licht des Spinnennetzes ...

Vor uns liegt etwas Neues. Die Zukunft ist ungeschrieben – und genau darin liegt das Schöne. Wir können es nur versuchen.

Seid vernünftig –
denkt utopisch.

Wenn etwas davon trägt, gib es weiter.

Wenn Du etwas tust, schreib uns: verbindung@manifest21.org

Wir lesen. Wir antworten.

Werkstatt

Was wir tun.
Was noch fehlt.

Diese Begriffe und Handlungen sind ein Anfang, kein Ende. Klick auf einen leeren Kreis und schreib hinein, was fehlt: Was tust Du? Was würdest Du tun? Womit fängst Du an?

Das Manifest ist nicht zu Ende geschrieben. Es bleibt offen.

Über diese Woche

Wo das hier entstand.

Handgeschriebene Karten mit Begriffen, ringförmig auf einem Holzboden ausgelegt.

Vom 26. April bis 2. Mai 2026 fand auf dem Château d'Orion in Südwestfrankreich die Denkwoche «Überleben im 21. Jahrhundert – Wir müssen viel verlernen und viel neu lernen» statt. Geleitet hat sie der Autor und Journalist Georg Diez. Zehn Menschen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, England und Frankreich trafen sich mit der Ambition, den Unterschied zu machen – und – vor allem: Etwas zu machen.

Wir müssen wieder an unsere Handlungsfähigkeit glauben, als Einzelne, in der Gemeinschaft, als Demokratie. Georg Diez

Eine Woche politisch-philosophischer Denkarbeit, weit weg vom Alltag. Es ging um Kybernetik und Künstliche Intelligenz genauso wie um spirituelle Fragen nach dem, was den Menschen zum Menschen macht. Um die Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft. Um die Frage, ob wir uns auf eine gemeinsame Realität einigen können – und ob wir es schaffen, einander im Gespräch zu halten, Räume zu öffnen und Mehrdeutigkeit auszuhalten.

Aus den Gesprächen, Notizen und Skizzen dieser Woche entstand das Rohmaterial dieses Manifests.

Der Vibe, der uns durch die Woche trug
«Life for none of us has been a crystal stair, but we must keep moving, we must keep going. If you can't fly, run. If you can't run, walk. If you can't walk, crawl, but by all means, keep moving.» Martin Luther King Jr.
Bilder aus der Woche →